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An die Leser aus HH 1/2000

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das vorliegende Heft ist gleichzeitig das erste Heft des neuen Jahrtausends 1/2000. Nach 100 Jahren mit der 19 vorneweg - 1900 bis 1999 - schreiben wir zum ersten Mal die 2000. Das ist schon etwas Besonderes, eine die Menschen magisch anmutende Zahl.

Und wie zum letzten Jahrtausendwechsel - 1000 - gab es auch dieses Mal Endzeitvisionen, Untergangsprophezeiungen und selbsternannte Retter der Menschheit.

Damals im Jahre 1000 pilgerte der hochgebildete, asketisch lebende Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Otto III., barfuß durch das Land nach Gnesen, um ein Erzbistum zu gründen, und zurück nach Aachen, wo er die Gruft Karls des Großen öffnen ließ. Er wollte geistliche und weltliche Herrschaft aufs engste miteinander verbinden, ein Gottesreich auf Erden errichten und das goldene Rom zum Mittelpunkt des Reiches machen.

Das Jahreshoroskop von 1000, auf Rom berechnet, zeigt deutlich die Herrschaft des Glaubens, Religion und Rom in Vormachtstellung:

VE^PO Glaube, Religion
= VU T4 Stärke und Einfluss
= KR T4 vom Staat geschützt
= MC^KR die Macht Roms
= WI^AS in der damals bekannten Welt
= SO/MA T2 = SO/VE T4 = MA/PO T4 für den Glauben mit Freuden tätig sein.

Und wie sieht es im Jahre 2000 in Rom aus?

VE^PO Glaube, Religion
= MC T1
= SA T2 Glaubensschwierigkeiten, religiöse Probleme
= CU^AP erfolgreiche Gemeinschaft, weitverbreitet
= HA/ZE T4 im Geheimen agieren
= MA/NE T4 Fehlhandlungen
= AD/PO T4 innere Einkehr, aber auch überholte Anschauungen
= KM/MA T4 gemeinsame Aktionen
= WI/MO T4 in Öffentlichkeit und Volk.

Wieder ist Rom im Mittelpunkt, aber es hat nicht mehr die Macht und Autorität wie im Jahre 1000. Saturn bringt Probleme und mahnt ihre Lösung an. HA und NE, in Verbindung mit den Akteuren ZE und MA, können auch auf Mangel an Glauben hinweisen, auf religiöse Schwärmerei und Auflösung bestehender Glaubensvorstellungen.

Eine Parallele besteht allerdings zwischen den Jahren 1000 und 2000, in beiden Zeiträumen wurde und wird eine Einigung Europas und Universalität angestrebt: im Jahre 1000 das Heilige Römische Reich, im Jahre 2000 als Zweckverband die Vereinigten Staaten von Europa.

Schön wäre es, wenn Trennendes immer mehr dem Verbindenden weichen würde. In diesem Sinne grüßt Sie die Redaktion der Hamburger Hefte und wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches gesundes Jahr 2000.

Ihre Brigitta Klose
22.Dezember 1999

An unsere Leser, aus HH 2/2000

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir können uns glücklich schätzen, denn wir sind die Überlebenden. Weder die letzte Sonnenfinsternis des letzten Jahrhunderts, noch der Jahrtausendwechsel selbst -sofern es einer war- hinterließen an uns nennenswerte Spuren. Auch die diesjährige Schaltjahr-Berechnung wurde zu vorschnell problematisiert, sie könnte den Software-Ingenieuren Probleme bereiten, weil diese die 100jährige Kalendarische Ausnahmeregel nicht kennen würden. Es kamen keine Turbulenzen, denn die Ingenieure übersahen auch die 400jährige Ausnahmeregel. Beide Regeln heben sich gegenseitig auf, daher war das Jahr 2000 tatsächlich ein normales Schaltjahr.

Doch schon wird der nächste 'Weltuntergang' diskutiert, Mai 2000, bei dem sich mehrere Planeten im Stier treffen. Na, und? Einen Überlebenden wird dieses nicht schrecken. In der Astrologie hat sich vieles getan, wenn es jedoch um die Komplexität der Gruppierung SO = MO = ME = VE = MA = JU = SA = AD geht, dann wird wieder in die unterste Schublade der mittelalterlichen Hysterie gegriffen. Es wird Zeit, dass sich dieses ändert. Das Weltuntergangs-Thema hat sich selbst erledigt, wenden wir uns lieber den vorliegenden Themen zu.

Die Beteiligung der Haiderschen FPÖ an der österreichischen Regierung nötigte die Europäische Union zu einem ungewöhnlichen Schritt, welche die Ausgrenzung Österreichs innerhalb der EU zur Folge hatte. In dem Artikel 'Dr. Jörg Haider', Seite 5, lässt uns Oscar Delin (Wien) hinter die Fassade des EX-FPÖ-Vorsitzenden und Kärntener Landeshauptmanns Jörg Haider blicken.

'Goethes Geburtszeit', Seite 16, ließ Friedrich Gröne (München) keine Ruhe. Grund war die Korrektur der Geburtszeit von Karl Weber in 'Das wirklichen Goethehoroskop', s. HH 3/99. Symbolträchtig, wie kein anderer, beschäftigt sich Friedrich Gröne mit dem Goetheschen Horoskop aus seiner Sicht.

Im letzten HH 1/2000, veröffentlichten wir die Arbeit: 'Die Bestimmung der unbekannten Geburtszeit' von Alfred Witte. Nach Veröffentlichung des Artikels im November 1921 kam es zu Kritik an Wittes Darlegungen und Stil. Dieses veranlasste Witte zu einer bemerkenswerten Stellungnahme. In keiner anderen Veröffentlichung stellte er seine astrologischen Ansätze so kompakt, vollständig, übersichtlich und in klaren Worten dar. Ab Seite 26 können Sie den Wortwechsel, welchen ich Ihnen besonders empfehlen möchte, nachlesen.

Ab Seite 36 setzen wir den Artikel von Hans Joachim Scholz (Konstanz): 'Astrologie - naturwissenschaftlich betrachtet' mit dem 3. und letzten Teil fort. Ich bedauere, dass wir Ihnen diese Arbeit in mehreren Teilen präsentieren mussten, denn dadurch ging die Vortragsatmosphäre etwas verloren.
Wir wünschen Ihnen einen schönen Frühling
und einen sorgenfreien Blick in die Zukunft

Michael Feist
10. März 2000

An unsere Leser, aus HH 3/2000

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Hamburger Boxpromotor Walter Rothenburg kam über seinen Freund Wilhelm Beckmann, welcher 1936 Max Schmelings Sieg gegen Joe Louis in der 12. Runde voraussagte, mit der Witteschen Astrologie und Alfred Witte in Kontakt:

"Alfred Witte war ein frommer Mann. Nur ein einziges Mal habe ich ihm persönlich gegenübergestanden. Er suchte mich in meinem Büro auf. Als er hereintrat, spürte ich, ein Außergewöhnlicher betrete den Raum, soviel Güte und Liebe strahlte von ihm auf mich über. Er verehrte mir ein Bild von sich; mit seinem Namenszug versehen, schickte er es mir zu. Ich halte das für erwähnenswert, weil Alfred Witte mein Horoskop kannte. Ich bekenne, mich sehr geehrt gefühlt zu haben, diesem stillen, ernsten, reinen Mann zu gefallen. Alfred Witte stellte keine Prognosen. Er betrieb Astrologie nur als Forscher. [...] Alfred Witte wusste weit mehr, als er aussprach. Auf Fragen politischer Natur gab er keine Antwort. Eine ganz kleine Bewegung mit der Hand, vielleicht unwillkürlich gemacht, sagte aber mehr als alle Worte."

Wir wissen, dass Alfred Witte sehr wohl auch prognostisch tätig war, denn er gab uns umfangreiches Handwerkszeug für die astrologische Prognose. Per Gesetz war es ab 1936 allerdings nicht gestattet, Prognosen zu erstellen (vergl. Poizeiverordnung von 1936, HH 2/99, S.10), jedoch war es bis 1941 erlaubt, Astrologie ?wissenschaftlich" zu betreiben, was die metagnostische Arbeit in den Vordergrund hob.

In »Doktor Witte«, S. 27, beschreibt Carl-Otto Fleischhauer seine persönlichen Erlebnisse mit dem Technischen Oberinspektor Alfred Witte, welchen er in den Jahren 1940/41 als Praktikant erlebte. Carl-Otto Fleischhauer, selbst kein Astrologe, war dermaßen beeindruckt von der Person Wittes, dass er seine Erlebnisse fast 60 Jahre später zu Papier brachte. Eine besondere Textstelle der Erzählung möchte ich vorwegnehmen, welche uns zeigt, dass Witte ein Symmetriker in allen Lagen war. Sie betrifft eine Begebenheit am Hamburger Fluss Bille: "Es war ein bitterkalter Tag. Ein Platz an der Bille gegenüber der Jutefabrik war abzustecken. Witte meinte scherzhaft, es sei 30 Grad kalt, auf jeder Seite der Bille -15 Grad."

Nehmen wir Dr. Heike Potts "Putins Geburtszeit", S.5, Klaus Peter Assmanns "Friedrich Nietzsche - der gefährliche Philosoph", S.11, oder Karl Trimborns "Katastrophe der Bundesbahn von Brühl", S.18, so sehr sich diese Arbeitsansätze unterscheiden, so sehr ist in jeder der Geist Alfred Wittes unverkennbar.

Einen angenehmen Sommer wünscht Ihnen

Michael Feist
Hamburg, 18. Juni 2000