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An die Leser (Hamburger Hefte 2/99)  


Liebe Leserinnen,  
liebe Leser,  

mein letztes Grußwort an Sie hatte überraschende Resonanz. Ein interessierter Leser setzte sich mit mir in Verbindung, um sich die abschließende Versicherung zu beschaffen, ob der angesprochene Wilhelm Hartmann wirklich der Astronom Prof. Dr.rer.nat. Wilhelm Th.A.Hartmann sei. Dieses konnte ich bestätigen.  

Professor Hartmanns Faible für Astrologie ist bekannt, weniger, daß er sich mit der Witte-Technik beschäftigte. Hartmann selbst wies darauf hin, daß er Witte bereits 1914 dazu drängte, seine umfangreichen Arbeiten zu veröffentlichen. Der Kriegsausbruch verhinderte dies zunächst. Nachdem rund 40 meist unzusammenhängende Arbeiten von Alfred Witte in der "Astrologischen Rundschau" veröffentlicht wurden, gaben 1925 Sieggrün und Hartmann die erste zusammenhängende Schrift zur Witte’schen Astrologie im Theosophischen Verlagshaus, Leipzig, heraus. Titel: "Die Hamburger Astrologenschule". Zur Freude vieler, die zuvor Probleme mit Wittes schwierigem Stil hatten.  

Die Doktorarbeit Wilhelm Hartmanns, welche ich im HH 1/99 ansprach, wurde später unter dem Titel "Transneptunische Planeten" veröffentlicht. In dieser Arbeit wurden diverse öffentlich diskutierte hypothetische transneptunische Bahnverläufe aufgeführt. Mit "unseren Transneptunern" hatte diese Arbeit allerdings kaum etwas zu tun, mit der Ausnahme, daß Hartmann ein mögliches Plagiat Wittes abzuleiten versuchte, da einige von Astronomen gewählte Planetennamen sich mit denen Wittes deckten. Der Astrologe Wilh.Th.H.Wulff stellte Hartmanns Doktorarbeit auf dem V. Astrologen Kongreß (Hamburg, Juli 1926) in einem Referat vor.  Ludwig Rudolph sprach direkt nach dem Referat mit Alfred Witte, welches, laut Rudolph, so verlief:  

Rudolph: "Herr Witte, was sagen Sie nun dazu?"  

Witte: "Ja - ich bin ganz überrascht. Ich hatte gedacht, er [Hartmann] würde da für die Transneptuner und für mich eine Lanze brechen. Aber das ist ja nun ganz anders."  

Rudolph: "... wenn Sie wirklich irgendeinen Namen von den Astronomen vermuteter Transneptun Planeten benutzt haben um an Ihre Transneptuner anzuknüpfen, dann können Sie das ruhig sagen."  

Witte: "Nein, das habe ich ja nicht!"  

Vier Jahre nach diesem Gespräch wurde der erste anerkannte Transneptuner "Pluto" gefunden. Percival Lowell hatte diesen Transneptuner berechnet, welcher 1930 bestätigt wurde. Übrigens, wer die Initialen von Percival Lowell betrachtet, wird auch die Anfangsbuchstaben des entdeckten Planeten wiedererkennen: P.L..  

Seit dieser Zeit halten die "Hamburger" an der Bezeichnung "Transneptuner" fest, was sicherlich kurios ist, denn die Witte'schen und Sieggrün'schen Transneptuner sind entfernter als Pluto und könnten daher schon 'Transplutonier' heißen. Darüber wurde oft gesprochen. Interessanterweise erhält die Bezeichnung  der Transneptun-Objekte eine Renaissance, denn Pluto könnte in Zukunft nicht mehr als Planet anerkannt sein. Siehe auch in diesem Heft 'Kurz notiert'.  
   

 Ihr Michael Feist, 8. März 1999