(c) 1997-2009 Witte-Verlag
Systematische Prognose-Kontrolle als Beweisführung in der Astrologie,
von Wilfried Pauk

Obwohl in den vergangenen 40 Jahren in der Bundesrepublik, in England und in Amerika eine große Anzahl Lehrbücher erschienen sind und in zahlreichen astrologischen Fachzeitschriften Untersuchungen veröffentlicht wurden, ist die Astrologie noch weit von einer Anerkennung als wissenschaftliche Beratungs- und Untersuchungsmethode entfernt.

Allerdings gibt es inzwischen eine Reihe von Wissenschaftlern, wie Prof. H.J. Eysenck (London), Dr. M. Gauquelin u.a., die sich ernsthaft mit der Astrologie auseinandersetzen und seit Anfang der 80er Jahre experimentelle Untersuchungen in der Zeitschrift: Correlation 'Journal of Research into Astrology' veröffentlichen.

Doch die Ergebnisse sind bis jetzt alles andere als ermutigend. So wird eine umfangreiche Untersuchung in den Ausgaben Nov. 1985 und Dez. 1986 dieser Zeitschrift von Geoffrey Dean, PhD, referiert mit dem Titel:

"Can Astrology predict E and N?"
"Kann die Astrologie etwas
aussagen über: E = Extraversion und N = Gefühlsbetonung?"

Die Auswertung dieser Untersuchung stellt er in der Zusammenfassung zu Teil 2 mit der Beantwortung von 5 Fragen vor. Hier die wichtigsten:

1.
Können Astrologen bei der Auswertung des ganzen Horoskops etwas aussagen über E und N ?

Antwort: Nicht einmal annähernd. Die Ergebnisse können ebenso gut erraten werden.

2.
Welche Wirkung hat die astrologische Technik, Erfahrung ... Intuition ?"

Antwort: Keine von diesen hat eine besondere Wirkung.

3.
Wie gut stimmen Astrologen in ihrer Beurteilung und Zuverlässigkeit überein ?

Antwort: Etwas besser, als wenn sie Münzen werfen würden.

4.
Sind Leistungen der Astrologen besser, als Computerarbeit?"

Antwort: Nein


Abschließend heißt es: "Wenn die Astrologie nichts über E und N aussagen kann, scheint es wenig Hoffnung zu geben, dass sie überhaupt etwas aussagen kann. Auf dieser Grundlage erscheint astrologische Betätigung unvertretbar."


Im 3. Teil dieser Auswertung (Heft Dezember 1986) werden die TEST - Ergebnisse diskutiert und weitere Untersuchungen herangezogen. In der Zusammenfassung zu diesem Teil wird herausgestellt, dass es sich bei diesem Test-Verfahren E und N um das am meisten angewandte, dauerhafteste und am besten gesicherte der bekannten Persönlichkeitsuntersuchungen handelt und seine Gültigkeit allen kritischen, astrologisch orientierten Prüfungen standhielt. Außerdem wird angeführt, dass E und N enge Entsprechungen zu astrologischen Thesen und ihrer Anwendung und die Feststellungen im 1. und 2. Teil nach dem Hinzuziehen anderer Untersuchungen Bestand haben.

Schon nach einer Teilnahme an den Untersuchungen von Prof. Bender, Freiburg, über den "Wahrheitsgehalt der Astrologie" in den Jahren 1952-1956 war ich zu der Ansicht gekommen, dass eine Überprüfung astrologischer Aussagen durch psychologische Diagnoseverfahren äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, und hatte vorgeschlagen, die Prognose als Kriterium für die Richtigkeit astrologischer Aussagen heranzuziehen. Prof. Bender stimmte im Prinzip auch zu, meinte aber, zumindest unter publizistischen Aspekten sich auf charakterologische Aussagen beschränken zu müssen.

Meine vor 30 Jahren gemachten Erfahrungen sind also heute noch gültig, und die astrologische Forschung sollte sich weder von der Psychologie noch von der Astronomie Anerkennung oder Bestätigung erhoffen, sondern durch eigene Untersuchungen überzeugende Beweise erarbeiten!

Denn auch für die Astrologie muss der Satz gelten: "Man muss es daher jeder Wissenschaft selbst überlassen, was sie als legitime Methode ansieht und welche Aussagen sie daher als "wissenschaftliche" Aussagen anzunehmen geneigt ist..." (Helmut Seiffert "Einführung in die Wissenschafts-Theorie", Verlag C.H. Beck, München, 1973 Seite 79)

Die zeitlich und inhaltlich richtig eingetroffene, vorher veröffentlichte Prognose ist deshalb als beweiskräftig anzusehen, weil sie die erforderliche vorhergehende Analyse des Horoskops oder einzelner Elemente bzw. Faktoren als richtig bestätigt.

Im individuellen Horoskop hat jeder Planet oder Faktor in seiner Position und seinen Verbindungen eine bestimmte Bedeutung, die durch astrologische Interpretation zur Charakterisierung der Persönlichkeit und schicksalhafter Entwicklungen führt. In der Anwendung einzelner Untersuchungs-Techniken und Deutungs-Praktiken mögen Astrologen sehr unterschiedlicher Meinung sein. Einig sind sie sich jedoch darin, dass astrologisch nur solche Entwicklungen oder Ereignisse vorausgesagt werden können, die im Radix verankert sind.

Übereinstimmung besteht auch darüber, dass konkrete Ereignisse in der Regel nicht, sondern nur bestimmte Entwicklungen (Rahmenbedingungen) vorausgesagt werden können.

Deshalb verstehe ich die abwertende Polemik mancher Astrologen gegen die Prognose nicht. Diese bestärkt Außenstehende und Kritiker in ihrem Vorurteil, die Astrologie schaffe Abhängigkeiten und führe zum fatalistischen Schicksalsglauben. Der erfahrene und verantwortungsvolle astrologische Berater wird doch die von ihm erkannten zukünftigen Entwicklungen seinem Klienten so therapeutisch vermitteln, dass dieser das Bewusstsein hat, zur Bewältigung seiner Situation nun besser ausgerüstet zu sein.

Für die Forschung jedoch stellt sich die Frage, wie lässt sich aus der Fülle der überlieferten und neuer angebotener Berechnungs- und Untersuchungs-Methoden die jeweils zuverlässigste herausfinden und nachweisen. Eine wichtige Voraussetzung wissenschaftlicher Arbeitsweisen besteht im Falle der Prognose-Kontrolle darin (z.B. über politische Entwicklungen), dass die Aussagen jederzeit von Außenstehenden in ihrer Objektivität überprüft werden können.

Deshalb sollte ein zentrales Archiv für kontrollierte Prognosen eingerichtet und in Zeitabständen die Öffentlichkeit und wissenschaftliche Institute mit Informationen darüber versorgt werden.

Eine große Anzahl systematisch gesammelter, überprüfbarer Prognosen erhärten die Wahrscheinlichkeit, dass astrologische Vorhersagen möglich sind, und schaffen bei aufgeschlossener und kritischer Zusammenarbeit der Fachleute die Voraussetzungen zur Verbesserung der Untersuchungs-Methoden und der Zuverlässigkeit der Aussagen.

Je größer die Trefferzahl der Vorhersagen ist, um so weniger kann vom Zufall die Rede sein. Denn die Frage ist doch, wie häufig und regelmäßig sich ein Zufall wiederholen kann?

Schließlich gibt es eine mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnung, die hier auch eine wichtige Rolle spielen könnte.

Aber Fehlprognosen beweisen nichts gegen die Astrologie!

Sie können lediglich Anlass sein, die angewandten Untersuchungs- und Berechnungs-Methoden zu prüfen! Schon der anerkannte astrologische Forscher Erich Karl Kühr sagte: "Die Grenzen der Astrologie sind in Wahrheit die Grenzen der Astrologen!"

und: "Der Wahrheitsgehalt der Astrologie und der astrologischen Methoden wird am schärfsten erprobt durch zeitlich exakt bestimmte Voraussagen. Sie zu sichern, um die Gipfelleistungen der klassischen Astrologie wieder zu erreichen, muss darum die höchste Aufgabe des modernen Astrologen sein..." ***

HINWEIS:

Herr Pauk bittet um Zusendung von dokumentiert bestätigten vorher veröffentlichten Prognosen und gibt auf Anfrage die bisher im Archiv gesammelten kontrollierten Prognosen ab.

Auf Wunsch von Herrn Pauk, senden Sie bitte dieses Material die Redaktion der Hamburger Hefte. Wir leiten es an Herrn Pauk weiter. Danke !!

Kontakt: Redaktion