Hermann Lefeldt / Methodik I / Planeten in den Zeichen... / Seite 198

Weltkriegen mußten das unsere Gegner zu ihrer Überraschung erfahren. Es ist aber auch ein Zeichen für unbedingte Zuverlässigkeit in der Freundschaft. Bündnistreue wurde uns schon mehrfach zum Verderben, das Wort von der Nibelungentreue ist hier durchaus am Platze. Am siebenten Felde, als unserem Wunschbild, steht die Jungfrau in Verbindung mit dem Krebs am fünften Feld. Ist Arbeitsamkeit unsere Anlage, so bringt der Einfluß der Jungfrau den Wunsch nach Genauigkeit und Sorgfalt in der Ausführung, was bei Überbetonung zu Krittelei, Nörgelei und Keinigkeitskrämerei führt. Hier schaut das deutsche Philistertum heraus. Da die Fische zu einem Auseinanderstreben tendieren, tritt naturgemäß der Wunsch nach Einigkeit und Zusammenfassung auf: der Deutsche gründet gern einen Verein, um das von ihm erstrebte Ziel zu verwirklichen. Sind die Deutschen zu zwei'n, so gründen sie einen Verein. Man wäre geneigt, das Wort vom Vereinsmeier anzuwenden. Das fünfte Feld im Krebs ist Symbol für die gründliche berufliche Erziehung, wie man sie nur in Deutschland kennt. Mit diesen Eigenschaften müssen die Deutschen anderen Völkern als gefährlich erscheinen, vor allen Dingen, wenn sie in einer festen Führungshand sich befinden, denn „noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war". Sind sie uneinig, dann verläßt sie der einfachste Stolz und die natürliche Würde. Im sechsten Haus steht ja leider der Bediente, der sich unterwürfig gebärdet. Der Deutsche war lange Zeit der sogenannte Kulturdünger in der Welt. Er kolonisierte fremde Länder für andere Völker und wurde mit Undank gelohnt. W ir sehen allein in der Zusammenstellung dieser vier Häuser starke Licht‑, aber auch starke Schattenseiten unseres Nationalcharakters. Im zehnten Feld hält sich der Schütze auf, verbunden mit dem Widder am zweiten Feld. Die Welt, in der wir leben, zwingt uns, viel Geld für die Rüstung auszugeben, um uns machtpolitisch durchsetzen zu können; das wieder wollen andere Völker nicht verstehen. Das vierte Haus liegt in den Zwillingen und verbindet über die Waage dieses mit dem achten Haus. Zwillinge und viertes Haus bedeuten zusammen Heim und Kultur. Die Gemütlichkeit des deutschen Hauses und Heimes ist bezeichnend für diese Konstellation. Die allgemeine Anlage, Waage, erstes Zeichen, verbindet uns mit dem Tod. Der Deutschenhasser Clemenceau sagte im ersten Weltkrieg: „Die Deutschen hallen eine eigenartige Beziehung zum Tod, darum sind sie gefährlich", wir stellen dem noch einmal Goethes Wort gegenüber: „Denn solang' du das nicht hast, dieses stirb und werde! Bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.“ Überall, wo in einem Horoskop die doppelkörperlichen Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische auftauchen, sind such zwei Seiten zu sehen, gewöhnlich eine positive und eine negative. Die anderen Völker haben nur um Sieg oder Niederlage gekämpft, für uns geht und ging ein Krieg fast immer um Sein oder Nichtsein. Darum hat der Deutsche schlechthin gelernt, sich für Heim und Herd zu opfern, die beiden Weltkriege haben es zur Evidenz bewiesen. Und die andere Seite? Nach dem unglücklichen Ausgang dieser Kriege fanden sich leider genug Deutsche, um das eigene Vaterland zu beschimpfen und zu besudeln, und nach beiden Kriegen fanden sich keine Politiker, die den Mut hatten, auch den Gegnern ihre Mängel und Fehltaten vorzuhalten. In unserm dritten Feld steht das Todeszeichen Stier: wir leben in einer gefährlichen Umwelt, darum müssen wir unser Denken auf die Rüstung lenken. In den Jahrhunderten der deutschen Ohnmacht haben andere Völker auf unserem Boden ihre Streitigkeiten ausgetragen, nun wundern sie sich, daß Deutschland sich rüstete. Das zweite Zeichen Skorpion steht am neunten Haus: es ist hinzuweisen auf die deutschen Auslandsguthaben vor dem ersten, vor dem zweiten Weltkrieg und nun wieder nach diesem verlorenen Krieg, ein Zeichen für den Fleiß des deutschen Volkes. Am sechsten Feld steht der Löwe: Friedrich der Große sagte: „Ich bin des Staates erster Diener.“ Sein Vater erzog das preußische Volk zur Arbeit und Sparsamkeit. Der Wassermann steht am zwölften Feld. Das deutsche Volk hat leider einen Mangel an Anpassungsfähigkeit und Höflichkeit, an Rücksichtnahme und Geschmeidigkeit zu verzeichnen. ...

 

 

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