Hermann Lefeldt / Methodik I / Einleitung / Seite 22

in 0° Krebs liegt und demzufolge der Aszendent immer in 0° Waage. Hier hätten die beiden ihren wahren Ursprung. Es würden am Nordpol also das Erdhoroskop (0° Krebs), das MC‑Horoskop und das Aszendenten‑Horoskop sich decken. Veränderung und Entwicklung wären ausgeschlossen. Am Äquator würde der Native fortgesetzt mit seinem Geburtsort die Reise um den Erdmittelpunkt mitmachen, und zugleich wie am Nordpol MC und Asz. immer im 90°Verhältnis verharren, allerdings mit dem Unterschied, daß am Äquator MC und Asz. dabei alle Punkte der Ekliptik durchwandern würden. Am Pol könnten nur das Sonnenstandshoroskop wie auch das des Mondes und des Knotens eine Veränderung aufweisen. Dort ist also vom Horoskop aus betrachtet und auch klimatisch Starrheit und Erstarrung. Am Äquator erschlafft die Hitze, so daß der Mensch nicht zu der notwendigen Anstrengung getrieben wird, wie in den gemäßigten Breiten. Zwischen dem Pol und dem nördlichen Polarkreis liegt aber noch eine Zone, die für die Berechnung und Deutung eines Horoskops eine Ausnahmestellung einnimmt. Über 70° nördlicher Breite kann nämlich der Umstand eintreten, daß der Aszendent westlich vom MC erscheint! Der Verfasser hat noch kein Buch, keine Abhandlung gelesen, in welchem ein Vertreter der alten Schule es gewagt hätte, dieses heikle, aber doch so außerordentlich wichtige Thema anzuschneiden. Nördlich des 70. Breitengrades werden viele Menschen geboren, diese haben genauso ein Schicksal und auch ein Horoskop wie die anderen Erdenbewohner auch. Wie stellt die alte Astrologenschule in diesem Fall ein Horoskop? Hier wird die Horoskopstellerei zur Groteske. Häuser lassen sich außer MC und Aszendent gar nicht berechnen. Das normale Verhältnis zwischen MC und Asz. wäre der rechte Winkel, wie er vornehmlich in den Horoskopen in der Äquatorgegend und am Pol erscheint. Wenn nun ein Horoskop über 70° + einen Aszendenten westlich vom MC aufzuweisen vermag, verlangt doch die Logik zuzugeben, daß das darin liegende Groteske nach Süden schreitend nur langsam abnimmt, um erst am Äquator ganz verschwunden zu sein. Die meisten Horoskope in unseren Breiten zeigen aber das 90°‑Verhältnis nicht. Hier haben wir den wirklichen Grund, warum im Lager der alten Schule der Streit um die richtige Häuserberechnung nicht verstummen will. Keiner hat den Mut, das Problem an der richtigen Stelle anzupacken. Auf das Häuserverhältnis zwischen MC und Asz. kommen wir an der entsprechenden Stelle noch zurück. Mit den Ideen Alfred Wittes ist das ganze Problem leicht zu lösen. Der kulminierende Punkt des Horoskops wird in RA berechnet, er gehört also zum Bewegungssystem der Erde um ihre Achse. Der Aszendent ist aber der Schnittpunkt des Horizonts mit der Sonnenbahn oder Ekliptik. Die Ekliptik entsteht aber durch den Umlauf der Erde um die Sonne. Das ist somit „Umwelt“der Erde, nicht aber eigenes Ich. Es handelt sich folglich bei MC und Aszendent um die Angehörigen zweier gänzlich verschiedener Bewegungssysteme. Wir von der Hamburger Schule fragen: Woher nimmt man das Recht mit irgendeiner Rechenmethode vom MC zum Asz. den Raum in drei Teile zu teilen und zu sagen, das seien die Häuser? Für ein solches Vorgehen fehlt jeder Grund, und eben, weil dieser Grund fehlt, kommt man auch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis.

Die alte Schule macht uns Hamburgern den Vorwurf, daß die statische Seite des Horoskops von uns arg vernachlässigt würde, wogegen wir mit der dynamischen Betrachtung unzweifelhaft Erfolge aufzuweisen hätten. Die statische Seite der Horoskoplesung sind aber die Häuser. In diesem Buch wollen wir Hamburger zeigen, daß wir auch auf diesem Gebiet den anderen ein gutes Stück voraus sind.

 

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Hinweise zur Veröffentlichung

[Ende der Einleitung]
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